KTB von U-515

      KTB von U-515

      1. Feindfahrt
      - 17.02. / 18.02. - 23:29 - 3:34 Uhr
      - Karte 04 FLB Übung - Konvoi_2


      Tonnage:
      1 x C-2 Cargo mit 6.540 BRT
      1 x C-3 Cargo mit 8.316 BRT
      1 x C-5 Cargo mit 12.062 BRT
      2 x Black-Swan (je 1.250 to.) mit 2.500 to.

      HS = 26.918 BRT / KS = 2.500 to.
      Gesamt - Tonnage = 29.418

      Kommandant: Valentin
      U-Boot: VII C
      Wetterlage: bewölkt, kein Niederschlag, mittlere Sicht, Wind 8 m/s aus 225 Grad.
      PQ: AM 3386

      Vorkommnisse:
      Ein Fehlschuss auf einen anlaufenden Tribal-Zerstörer, wegen mangelnder Erfahrung der
      Torpedomannschaft. Bei dem anschliessenden Nottauchen verhielt sich die Mannschaft
      vorbildlich. Dennoch überlief uns der Tribal und touchierte das Angriffssehrohr beim Ein-
      fahren, welches dabei zerstört wurde. Anschließend, auf Tiefe konnten wir uns den krei-
      senden Zerstörern entziehen und nach knapp zwei Stunden des Hakenschlagens wieder
      auftauchen. Im weiteren Verlauf konnten wir so drei Handelsschiffe noch auf den Meeres-
      grund beordern. Bei dieser Aktion wurden zwei Black-Swan-Fregatten auf uns aufmerksam
      und uns blieb nichts weiter übrig, als auch ihnen den Weg zum Meeresgrund zu weisen.
      Diese Aktion bekamen zwei River-Begleitzerstörer mit, die uns dann unter Wasser drückten.
      Wieder konnten wir uns deren Bombardement entziehen und nach einer knappen dreiviertel
      Stunde gab ich den Befehl auf PT aufzutauchen. Bei der anschließenden Rundumsicht ergab
      sich zum nähergelegenen River-Zerstörer ein Abstand von 5.000 m. Nichts Böses ahnennd
      und denkend, der Abstand würde reichen, zumal es schon sehr dunkel war ( ca. 22 Uhr),
      befahl ich das Auftauchen. Dennoch erging auf uns ein Geschosshagel herunter. Das Boot
      wurde arg in Mitleidenschaft gezogen (Rumpfzustand: 29 %). Meiner hervorragend zusammen
      agierenden Mannschaft ist es zu verdanken, daß wir mit letzter Kraft noch den Heimathafen
      erreichen konnten.


      Gruß ICH :thumbup:



      ----------------------------------
      Valentin, Kapitänleutnant (Ing.)
      Ltd. Flottillen-Ingenieur
      Mgl. Flottillenstab und
      Kommandeur 2. Halbflottille
      Kmdt. U-515

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      2. Feindfahrt
      ===========


      - 18.02. - 12:19 - 15:30 Uhr
      Karte: 01_S_FLB_AN_5588_IIA_3

      Tonnage:
      ========


      1 x Kleiner Frachter mit 2.428 BRT
      1 x Kleiner Frachter mit 2.429 BRT
      1 x Küstenschiff mit 1.980 BRT
      1 x Küstenfrachter mit 1.863 BRT

      HS = 8.700 BRT / KS = keine
      Gesamt - Tonnage = 8.700

      Kommandant: Valentin
      U-Boot: Typ II A
      Wetterlage: klar, kein Niederschlag, gute Sicht, Wind 6 m/s aus 280 Grad
      Position: AN 5588

      Vorkommnisse:
      =============


      Als wir unser Operationsgebiet erreichten konnten wir zunächst nichts bemerken.
      Erst nach einer kurzen Zeit erhielten wir eine Peilung auf unserer Lage 230. Aalputzer,
      der an meiner Backbordseite sich befand, drehte sofort auf diesen Kontakt ein, um
      diesen dann abfangen zu können. Meine Sonarmann meldete mir gleich darauf zwei
      Horchkontakte, welche aus dem Süden heraufkamen. Nach weiteren fünf Minuten
      hatten wir dann eine ungefähre Fahrtrichtung der Horchkontakte. Sofort ließ ich das
      Boot auf 180 Grad einsteuern und tauchte auf, um die nächsten 3.000 Meter mit AK
      mich den Kontakten zu nähern. Als nach dieser Fahrstrecke am Horizont eine Rauchfahne,
      auf unserer Lage Null, gesichtet wurde, befahl ich das Boot sofort auf Sehrohr-Tiefe.
      Dieses Vorgehen war eine reine Sicherheitsmaßnahme, da wir nahe der englische Küste
      (Höhe Hartlepool) waren und ich einen umherirrenden Zerstörer vermutete. Unseren Kurs
      hingegen behielt ich bei und wollte erstmal abwarten, was da auf uns zukam. Völlig uner-
      wartet meldete mir mein Sonarmann Georg, drei Horchkontakte auf unserer Lage 10 bis 15,
      ungefähre Entfernung 14 Kilometer. Der erste Horchkontakt entpuppte sich als Trawler,
      den wir geflissentlich außer Acht ließen. Auch ein mittlerweile an Steuerbord aufgekom-
      mener Schlepper interessierte uns nicht. Stattdessen kamen zwei kleine Frachter fast auf
      uns zu, die als Generalkurs "Nord" fuhren. Dieses konnte jedoch von uns, durch Darreichung
      zweier länglicher Geschenke, verhindert werden. Auf deren Backbordseite fuhren auch noch
      zwei Küstenschiffe. Eines konnten wir dann nachhaltig davon überzeugen, sich den Grund
      der Nordsee anzusehen. Das zweite Küstenschiff mußten wir leider ziehen lassen, da beide
      Rohre nachgeladen wurden. Inzwischen hatte Aalputzer einen weiteren kleinen Konvoi aus-
      gemacht und sich in Position begeben. Ich machte mich dann auf den Weg um genau ihm
      gegenüber meine Position zu beziehen. So lagen wir 2.000 Meter uns gegenüber, aber um
      200 Meter versetzt. "Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen !!", sagte ich still zu mir.
      Und so war es auch. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht kamen dann zwei Küstenfrachter.
      Durch Absprache mit Aalputzer war ein zeitversetztes Abfeuern der Torpedos der Grund dafür,
      daß fast Zeitgleich die Torpedos einschlugen. Die anderen zwei Schiffe konnten unbehelligt
      von Dannen ziehen, da uns der Einsatz der sündhaft teuren Torpedos für Küstenboote (110 BRT)
      nicht gerechtfertig erschien. So machten wir uns auf den Heimweg, um bei Madame unseren
      Erfolg zu feiern.

      Gruß ICH :thumbup:
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      Valentin, Kapitänleutnant (Ing.)
      Ltd. Flottillen-Ingenieur
      Mgl. Flottillenstab und
      Kommandeur 2. Halbflottille
      Kmdt. U-515

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      3. Feindfahrt
      ===========


      - 18.02. - 17:30 - 19:12 Uhr
      - Karte: 02_S_FLB_AN_5518_IID_4

      Kommandant: Valentin
      U-Boot: Typ II D

      Wetterlage: bedeckt, kein Niederschlag, mittlere Sicht, Wind 12 m/s aus 88 Grad
      Position AN 5518

      Erfolg / e:
      =========


      1 x Truppentransporter mit 8.260 BRT
      1 x Truppentransporter mit 8.259 BRT

      Tonnage:
      ========


      HS = 16.519 BRT
      KS = ----

      Gesamt: 16.519 BRT

      Feindfahrtbericht:
      ===============

      Als wir uns wieder einmal durch die Nordsee gekämpft hatten, erreichten wir bei bedecktem
      und stürmischen Wetter die Ostküste Englands. In unserem zugewiesenen Planquadrat ging
      Aalputzer erst einmal auf Horchstation und und konnte auch nach kurzer Zeit ein paar
      Schraubengeräusche ausmachen. Sofort begaben wir uns in diese erkannte, von ihm gekop-
      pelte Richtung. Es dauerte auch nicht lange, da erschienen schon ein paar schnellfahrende
      Frachter und zwei Truppentransporter, sowie ein Lazarettschiff. Ermittelte Geschwindigkeit
      der Schiffe 15 - 17 Knoten. Beide Truppentransporter liefen mir vor die Rohre. Der erste
      Torpedo entpuppte sich als Versager und detonierte auf halben Wege. Der zweite abge-
      feuerte Torpedo unterlief das Ziel ohne zu explodieren (Versager ??). Dennoch wurde der
      zweite Truppentransporter von uns versenkt. Mit dem letzten Torpedo konnte ich noch
      einen C-1 Cargo anschiessen. Dies Vorkommnis beeindruckte ihn in keinster Weise und
      er fuhr frohen Mutes, mit 12 Knoten weiter. Nachdem wir unsere Torpedos verschossen
      hatten, beschlossen wir mal wieder bei Madame einzukehren, um einen "zu heben".

      Vorkommnisse:
      =============


      - Ein Torpedo explodierte vorzeitig, vor erreichen des Zieles.
      - Ein Torpedo unterlief das Ziel, ohne zu explodieren (Versager ??).
      - Die Batterie-Leistung der Boote vom Typ II läßt sehr zu wünschen übrig. Ich empfehle
      daher, die Boote aus dem aktiven Fronteinsatz herauszunehmen und sie nur noch als
      Schulungsboote einzusetzen.

      Gruß ICH :thumbup:
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      Valentin, Kapitänleutnant (Ing.)
      Ltd. Flottillen-Ingenieur
      Mgl. Flottillenstab und
      Kommandeur 2. Halbflottille
      Kmdt. U-515
      4. Feindfahrt
      ===========


      19./20.02. - 21:00 - 00:45 Uhr

      Kommandant: Valentin
      U-Boot: Typ II A

      Wetterlage: klar, kein Niederschlag, gute Sicht, Wind 12 m/s aus 280 Grad
      Position AN 5588

      Erfolge:
      =======


      1 x Militärfrachter mit 6.130 BRT
      1 x Kleines Frachtschiff mit 1.708 BRT
      1 x Kleines Frachtschiff mit 1.707 BRT

      Tonnage:
      ========


      HS = 9.545 BRT
      KS = ----

      Gesamt: 9.545 BRT

      Feindfahrtbericht:
      ===============

      Wieder erging an uns der Befehl nochmals im PQ 5588 zu patrouillieren. Diesmal fuhren wir, U-515, mit dem Schwesterboot U-123 des Kmdt. Hardegen hinaus. Schon nach einer kurzen Zeit, um 18 Uhr 15 bekamen wir mehrere Horchkontakte "rein". Wir hatten, an der Backbordseite an Hardegens Boot gelegen. mit Kursrichtung Süd, einen vermeintlichen Einzelfahrer auf der Lage 220. Sofort befahl ich, nach einem prüfenden Rundblick durch`s Angriffssehrohr, das Boot zum Auftauchen. Meinen Kurs änderte ich auf 90 Grad, um mit AK diesem Kontakt entgegenzufahren. Dann meldete der Ausguckplötzlich: "Rauchfahne auf Lage 45 !!" Da wir unentdeckt bleiben wollten, tauchten wir sofort auf PT. Dennoch fuhr der Frachter "Slalom". Uns davon nicht nervös machend näherten wir uns unter Wasser, AK fahrend, meiner gut errechneten Schußposition. Dann, um 18 Uhr 53 ließ ich die Maschinen stoppen. Eine Minute später schickte ich den Torpedo in Rohr 1 los, auf seine Reise. Entspannt verfolgte ich seine Reise durch`s Sehrohr und wir hörten nach 20 Sekunden eine Detonation und ich sah eine Wassersäule aufsteigen. "So eine verfluchte, gequirlte Affenscheiße !! Torpedo-Versager !!". fluchte ich Lautstark. Immer noch durch`s Sehrohr blickend schrie ich: "Eins-Weh-Oh !! Rohr Zwei...gleiche Einstellung !!" Von ihm hörte ich nur: "Jawoll !! Herr Kaleun !!" Ein paar Sekunden später vermerkten wir alle den Ruck, den das Boot erschütterte, als der Torpedo das Boot verließ, um seine Reise in den kalten Wassern der Nordsee, zum Militär-Frachter anzutreten. Und zeitgleich sagte Jürgen, mein LI und engster Freund: "Nu wullt wi doch mol kiecken, wat te dor zu zu seggen hest...Du brägenklödderiges Schipp, Du !!" Schmunzelnd sah ich ihn an und bemerkte, daß auch die Anderen in der Zentrale und an den Luken, über seinen Ausspruch kurz, leise Auflachten. Diese Situation in mich aufnehmend, holte mich eine laute Detonation in die Wirklichkeit zurück und ich sah, wie der Militär-Frachter seine Fahrt rausnahm. Nun hieß es warten, denn einen dritten Torpi wollte ich nicht auf ihn abschiessen. Wir brauchten auch nicht lange zu warten, um 18 Uhr 59 entschied sich der Frachter, sich von der Wasseroberfläche zu subtrahieren. Zumindest hatte die Mannschaft so noch die Zeit gehabt die Rettungsboote klar zu machen. Zwei Minuten später, und einen Rundblick bendend, gab ich den Befehl aufzutauchen, die Diesel "aufzureißen", um mit AK fahrend, in Richtung 200 Grad U-123 gegen, von ihm erhorchte Kontakte, zu verstärken. Um 19 Uhr 12 nochmalige Kursänderung auf 220 Grad. Zwei Minuten später stand Jürgen neben mir und sagte: "...olns kloar, Kaleun...Pressluft, Sauerstoff auf 100 %...Batterien sind auf 94 %...Rohre werden geladen...Diesel topfit...", und sein hinterhältiges Lächeln dabei, sagte mir: sollen sie kommen, wir sind bereit. Weiter unseren Kurs folgend, kam uns ein Tawler (98 BRT) um 19 Uhr 33, aus dem Süden kommend, entgegen. Entfernung zu uns 4.000 Meter. Auf der Brücke stehend, hörten meine Leute, wie ich laut sagte: "Du dumme Nussschale, verschwinde aus unserem Dunstkreis...sonst kachel ich Dich über`n Haufen !", und hörte , wie meine Leute lachten. Der Trawler fand das nicht zum lachen und entfernte sich umgehend in Richtung Nordwest. Dann plötzlich meldete sich Walter, mein Funker, unten am Turmaufstieg stehend und mir meldend: "U-123 meldete Kontakte auf seine Lage 295, machen Generalkurs 35 Grad, von ihm entfernt 11.000..." Sofort stieg ich ein, stand gleich neben Hermann, meinem Steuermann, hatte schon sein Besteck in der Hand, und nach ein paar Zirkelschlägen und gezogener Striche, maltretierte Hermann seinen Rechenstab und sagte daraufhin, mit einem monotonen Klang in seiner Stimme: "...bei AK...könnte klappen, Kaleun...könnte klappen...", und sah mich mit seiner norddeutschen, nichtssagender, aber hoffnungsvoll, ausstrahlender Mine entgegen. "Na gaut...leeve Lüt...dann wullt wi mol !!", sagte ich und mein LI fügte noch an: "...jjooo...un nu geit dat loos !!", und sah, wie mein Zweiter, hämisch grinsend, sich die Hände rieb, als wenn er sie sich waschen würde. Fünf Minuten später konnte der erster Frachter (Entfernung 5.000 Meter) gesichtet werden, einen Kurs von 35 Grad folgend. Wechselte den Kurs von 220 Grad auf 100 Grad, um die aufkommenden Frachter abzufangen. Eine Viertelstunde später erreichte unser Torpedo den ersten Frachter und drei Minuten später erreichte der zweite Torpedo den zweiten Frachter. Dennoch schwammen die Frachter weiter, nahmen aber ihre Fahrt ´raus. Es dauerte 11 und 9 Minuten, bis die Frachter sanken. Danach tauchten wir auf und gingen auf AK und steuerten einen Kurs von 220 Grad, um uns mit U-123 zu treffen. Um 21 Uhr 15 lief uns ein Küstenfrachter, von Süden kommend und nach Norden fahrend, fast vor die Rohre. Dann um 21 Uhr 25 traf ihn unser letzter Torpedo...aber er sank nicht...als sich der Küstenfrachter nach 30 Minuten immer noch weigerte unterzugehen, beschlossen wir mit U-123 den Rückmarsch in den Heimathafen anzutreten, um bei Madame fachmännische Gespräche zu führen.

      Vorkommnisse:
      - Ein Torpedo entpuppte sich als Frühdetonierer.
      - Ein Küstenschiff bewegungsunfähig angeschossen.

      Gruß ICH :thumbup:
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      Valentin, Kapitänleutnant (Ing.)
      Ltd. Flottillen-Ingenieur
      Mgl. Flottillenstab und
      Kommandeur 2. Halbflottille
      Kmdt. U-515

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      5. Feindfahrt
      ===========


      20.02. - 20:30 - 21:58 Uhr

      Kommandant: Valentin
      U-Boot: Typ II D

      Wetterlage: bedeckt, kein Niederschlag, mittlere Sicht, Wind 12 m/s aus 88 Grad
      Position AN 5518

      Erfolge:
      =======


      1 x Mehrzweck-Frachter mit 3:896 BRT
      1 x Mehrzweck-Frachter mit 3:897 BRT
      1 x Mehrzweck-Frachter mit 3:898 BRT

      Tonnage:
      ========


      HS = 11.691 BRT
      KS = ----

      Gesamt: 11.691 BRT

      Feindfahrtbericht:
      ===============


      Unsere Ungeduld, an Land Langeweile schieben zu müssen, konnten wir zwar mit Bootspflege einigermaßen überdecken, doch waren wir froh, als es wieder raus ging...auf See. Wieder trieb es uns an die englische Ostküste. Wieder war es in der Nähe von Hartlepool, im PQ AN 5518. Auf dem Weg dahin konnte wir schon spüren, daß das Wetter umschlagen würde. Und so war es auch. In unserem Operationsgebiet angekommen, fegte uns ein starker Wind, ganz mächtig gewaltig, um die Nase, mit stürmischen 12 Metern pro Sekunde. "...kumm LI, wi wullt nu mol een beeten horschen gehen...runner mitm Boot up twelf Meters ...", sagte ich zu Jürge. "...jjooo...geit kloar, Kaleun...", erwiderte er lächelnd. Kaum das wir auf Periskoptiefe angelangt waren und wir die Maschinen gestoppt hatten, hörten wir von Georg: "Kaleun, Horchkontakte auf Lage 20 bis 45 !!" Sofort stand ich neben Hermann am Kartentisch und besah mir die Lage: Unser Bug zeigte in Richtung 287 Grad. die Kontakte befanden sich also im Norden. Weiter auf die Karte schauend fragte ich Georg:"...und Georg, wat meinste, wie weit sind se wohl wech ?" Es dauerte ein paar Sekunden, bis er antwortete: "...dat is schwer to seggen, Kaleun, sin so umme twelf- bis foffteintusend Meters. Kurspeilung düert noch een poor Minuten..." und da war sie wieder, diese Ohnmacht des Wartens. Diese Ohnmacht des Nichttuns. Aber Walter war es dann, der uns aus der Lethargie unserer Gedanken holte, indem wir von ihm hörten:"...Funkspruch von U-123...Horchkontakte sind auf gleichbleibender Peilung !!" Das war es, jetzt hatten wir eine Peilung, um einen Generalkurs der Horchkontakte zu bekommen. Als die nautischen Geräte von Hermann durch seine Finger tanzten und ihre Spuren auf der Karte hinterließen, zeigte sich ein Gegnerkurs von 165 Grad. Mein Eins-Weh-Oh, der mittlerweile neben mir stand und auch auf die Karte schaute, fragte dann: "...und, Kaleun, steuern wir einen neuen Kurs ?" ich sah ihn an, sagte nichts, blickte Jürgen an und sagte: "...nu denn, LI, lot us dor boben mal een beeten de Diesels ärgern...und lot us mol up 360 Grod instüern..." Er grinste zurück und ich hörte von ihm mal wieder: "...jjooo...Kaleun, geit kloar...un nu geit dat loos..." So machten wir uns auf den Weg, den Horchkontakten mit atemberaubenden 12 Knoten entgegenzujagen. Als ich auf die Brücke kam, war mein Erster schon hier oben und hatte das UZO schon aufgesteckt. Ich bemerkzte, wie ich darüber nachdachte: Wat is denn mit dem Kerl los, der ist vor mir auf der Brücke, isser krank oder wat ? Weiter kam ich nicht mit meinen Gedanken, denn von unter rief Walter herauf: "Kaleun, Meldung von U-123...der erste Kontakt vor uns, müßte so um die 9.600 Meter entfernt sein !!" Lapidar antwortete ich: "...jjooo...olns klaor, Walter..." Wir "rasten" weiter durch die Nordsee. Es war 4 Uhr 54. Keine drei Minuten später war es wieder Walter, der von unten hochrief: "Kaleun, erneuter Funkspruch von U-123...Kontakt jetzt etwa 8.000 Meter vor uns..." um einer eventuellen, bösen Überraschung aus dem Weg zu gehen, entschlossen wir uns, unsere E-Maschinen zu quälen und abzutauchen. Sofort fuhr ich das ASR aus, blickte in die entsprechende Richtung und sah, das ein Truppentransporter sich uns näherte. Als er nahe genug heran war und sich anschickte, an unserer Backbordseite vorbeizuschippern. Um 5 Uhr 10 schickte ich dann einen Torpedo zu ihm auf die Reise. Aber irgendwie klappte es nicht und der Torpedo lief ganz knapp am Heck des Truppentransporters vorbei. Dieser Mißerfolg ist der mangelnden Erfahrung der Mannschaft zurückzuführen. So etwas kann man nur mit weiterer Praxis kompensieren, ging mir durch den Kopf. Auf mich zu kamen dann noch drei Mehrzweck-Frachter. Der erste brauchte zwei Torpis, um den Meeresgrund aufzusuchen, es war 5 Uhr 21. Der zweite Mehrzweck-Frachter folgte dem ersten um 5 Uhr 29. Da die Frachter doch in einem größeren Abstand zueinander fuhren, gelang es meinen Leuten, den letzten Torpedo noch in das Rohr zu schieben. Dieser Torpedo sorgte dann für den Untergang des dritten Mehrzweck-Frachters. Es war 5 Uhr 48. Wir waren, genauso wie U-123, leergeschossen und hier nichts weiter ausrichten könnend, machten wir uns unverzüglich auf den Heimweg und freuten uns schon darauf, mal wieder bei Madame uns ein Bierchen zu gönnen.

      Vorkommnisse:
      =============


      - Aufgrund schlechter Torpedo-Ziellösung, lief ein Torpedo am Heck des Zieles (Truppentransporter) in`s Leere (Fehlschuss).

      Gruß ICH :thumbup:
      ----------------------------------
      Valentin, Kapitänleutnant (Ing.)
      Ltd. Flottillen-Ingenieur
      Mgl. Flottillenstab und
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      Kmdt. U-515

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